Haus zur Glocke

Vernissage "Pop Up Ausstellung zum Martini" mit Lesung

Christoph Ullmann, Fotografie und Urs Traber, Fundstücke aus dem Arbeitsprozess; Lesung Till Traber aus seinem Roman "Auf dem Grund aller Dinge"

Ausstellung geöffnet: 15:00 – 22:00 Uhr
Eröffnung 16:00 Uhr
Lesung und Gespräch 17:00 Uhr
Traber-Suppe, ohne Goldfische ab 18:30 Uhr 

Urs Traber
Nach 40 Jahren schliesst Urs Traber seine Firma, Bildhauerwerkstatt und Steinrestaurierungen, an der Seestrasse 139 in Steckborn. Damit endet zugleich ein Stück lokaler Handwerksgeschichte: Die Werkstatt wurde 1864 von Johannes Traber gegründet und über 160 Jahre in fünf Generationen geführt. Die Ausstellung nimmt die Schliessung der Werkstatt zum Anlass, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Sie gibt Einblick in eine über Jahrzehnte gewachsene bildhauerische Praxis und zeigt Fragmente aus dem Arbeitsprozess, Materialien, Werkzeuge und Spuren des Arbeitsalltags. Dabei wird sichtbar, was eine Werkstatt über Generationen hinweg prägt – und was zurückbleibt, wenn ein solcher Arbeitsort seine Türen schliesst.

Christoph Ullmann
Seit über 60 Jahren beschäftigt sich Christoph Ullmann aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Iran und seiner Geschichte. Seine fotografischen Blicke verändern sich dabei mit den Zeiten und den Möglichkeiten des Reisens: Am Anfang steht eine Familienreise, später folgt eine Reportage aus dem Krieg. Für die jüngsten Arbeiten greift Ullmann auf Bilder von Google Earth zurück – zu einer Zeit, in der eine Reise in den Iran aus geopolitischen Gründen nicht mehr möglich ist.
Die Ausstellung versammelt diese zeitlich weit auseinanderliegenden Annäherungen und verteilt sie auf verschiedene Räume im Haus zur Glocke. So entsteht nicht das Bild eines Landes, sondern eine Folge unterschiedlicher Blicke auf den Iran – geprägt von persönlicher Erfahrung, historischen Ereignissen, medialen Bildern und der zunehmenden Distanz zum Ort.

Till Traber liest aus seinem Roman «Auf dem Grund aller Dinge», 2026
Am Ende eines weiteren unspektakulären Wochenendes zieht Ralf Briner-Meisterhans eine düstere Bilanz: In seinem eigenen Leben scheint er sich zunehmend ins Abseits manövriert zu haben. Zu Hause hat er wenig zu melden, die Arbeit ist weder erfüllend noch gut bezahlt – und am nächsten Morgen soll auch noch sein heissgeliebtes Aquarium abtransportiert werden. Seine Frau Marion hat entschieden. Doch wenn Ralfs letzte Leidenschaft verschwindet, was bleibt dann von ihm? Wer war er einmal – und wer hätte er sein können? Während Ralf und Marion über verpasste Möglichkeiten nachdenken, ringt Tochter Valerie mit weitaus drängenderen Fragen. Nüchtern und mit einer kräftigen Prise schwarzen Humors nimmt der Winterthurer Autor Till Traber in seinem Gesellschaftsroman «Auf dem Grund aller Dinge» die Verwerfungen einer Vorstadtfamilie in der Ostschweizer Agglomeration in den Blick.

Pop Up Ausstellung

Christoph Ullmann und Urs Traber 7.-9.11.26

Ausstellung geöffnet:
Sa. 15:00 - 22:00
So. 11:00 - 18:00 
Mo. 11:00 - 18:00 

Urs Traber – Fundstücke aus dem Arbeitsprozess
Nach 40 Jahren schliesst Urs Traber seine Firma, Bildhauerwerkstatt und Steinrestaurierungen, an der Seestrasse 139 in Steckborn. Damit endet zugleich ein Stück lokaler Handwerksgeschichte: Die Werkstatt wurde 1864 von Johannes Traber gegründet und über 160 Jahre in fünf Generationen geführt.
Die Ausstellung nimmt die Schliessung der Werkstatt zum Anlass, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Sie gibt Einblick in eine über Jahrzehnte gewachsene bildhauerische Praxis und zeigt Fragmente aus dem Arbeitsprozess, Materialien, Werkzeuge und Spuren des Arbeitsalltags. Dabei wird sichtbar, was eine Werkstatt über Generationen hinweg prägt – und was zurückbleibt, wenn ein solcher Arbeitsort seine Türen schliesst.

Christoph Ullmann – Fotografische Blicke auf den Iran
Seit über 60 Jahren beschäftigt sich Christoph Ullmann aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Iran und seiner Geschichte. Seine fotografischen Blicke verändern sich dabei mit den Zeiten und den Möglichkeiten des Reisens: Am Anfang steht eine Familienreise, später folgt eine Reportage aus dem Krieg. Für die jüngsten Arbeiten greift Ullmann auf Bilder von Google Earth zurück – zu einer Zeit, in der eine Reise in den Iran aus geopolitischen Gründen nicht mehr möglich ist.
Die Ausstellung versammelt diese zeitlich weit auseinanderliegenden Annäherungen und verteilt sie auf verschiedene Räume im Haus zur Glocke. So entsteht nicht das Bild eines Landes, sondern eine Folge unterschiedlicher Blicke auf den Iran – geprägt von persönlicher Erfahrung, historischen Ereignissen, medialen Bildern und der zunehmenden Distanz zum Ort.

Vernissage "Schaffensräume"

16.00–22.00 Uhr Ausstellung geöffnet

17.00 Uhr Eröffnung in Anwesenheit der Künstler:innen

18.30–22.00 Uhr „La Minestra“ Suppe von Markus Huber 

Die Ausstellung untersucht das Spannungsfeld von Biografie, Raum und Werk: Wie prägt der Ort das Denken? Wie verändern sich künstlerische Prozesse im Laufe eines Lebens? Und wie lassen sich Produktionsverhältnisse
im fertigen Werk wiederfinden? Wir laden dazu ein, künstlerische Praxis nicht nur im Ergebnis, sondern als offenen Prozess zu betrachten – als Raum, in dem sich neue Formen und Perspektiven herausbilden können. Dabei geht es auch um die Reflexion des künstlerischen Arbeitsprozesses und wie sich Gedanken, Entscheidungen und Erfahrungen im Werk selbst niederschlagen – eingeschrieben in Material, Form oder Geste. Jede gezeigte Position öffnet dabei einen Blick auf biografische Spuren, die sich mit den konkreten räumlichen Bedingungen der Produktion verweben: Atelier, Umgebung, Arbeitsrhythmus,zufällige Begebenheiten oder lang eingeübte Routinen.

Beteiligte Künstler:innen

Markus Huber, Häuslenen
Tanja Kalt, Zürich
Felix Stöckle, Basel
Rainer Trösch, Zürich

 

Markus Huber beschäftigt sich in seinen ausgestellten Arbeiten mit der Beziehung zwischen Bildgrund und Figur. Der Prozess der Bildwerdung wird in Hubers Monotypien selbst zum Thema, die tastende Suche nach motivischen Elementen und ihrer Integration in den Bildraum als eine komplexe Interaktion von Schichtungen ist ein zentrales Element seines künstlerischen Schaffens.

In offenen, prozesshaften Verfahren reagiert Tanja Kalt auf die Räume im Haus zur Glocke. Mit Bezugnahme auf die Frage nach biografischen Spuren im künstlerischen Schaffen untersucht sie Materialien und Atmosphären, die zwischen Verletzlichkeit und Widerstand oszillieren und sich spielerisch mit der Fragilität persönlicher Strategien auseinandersetzen.

Felix Stöckle interessiert sich für soziale, kulturelle und politische Mechanismen und deren Dynamiken. In seinen Arbeiten reflektiert er verschiedene Identitätskonzepte und deren Aneignung im Sinne von Bräuchen und Überlieferungen. Er übersetzt diese komplexen Zusammenhänge in bewusst einfache Bildsequenzen, in denen die Fragilität menschlicher Beziehungen zum Ausdruck kommt.

Rainer Trösch spielt in seinen Arbeiten mit dem Verhältnis von Bild und Vorstellung, Finden und Erfinden, absichtsvollem und absichtslosem Handeln. Dabei ist das Papier nicht nur Bildträger, sondern aktiver Teilnehmer im Austauschprozess von Farbe und Wasser, was dem Malprozess etwas Unberechenbares und Eigensinniges verleiht.